Faszientraining: Geschmeidig durch’s Leben

Wer unter Gelenk- und Muskelschmerzen leidet, sollte an den Faszien arbeiten. Das Gewebe erstreckt sich fast über den gesamten Körper. Je geschmeidiger es ist, desto besser können wir uns bewegen. 

Früher dachte man, Faszien seien nutzloses Füllmaterial und die Ursachen für chronische Schmerzen nur in Muskeln, Gelenken oder Sehnen zu suchen. Mittlerweile hat die Medizin herausgefunden, dass das dünne, elastische Gewebe aus eiweißhaltigen Kollagenfasern von großer Bedeutung ist. Es umhüllt und schützt alle Muskeln und Organe, unterstützt bei der Fortbewegung und bietet Stabilität. Weil Faszien viele Rezeptoren (Nervenfasern) enthalten – und somit eine direkte Verbindung zum Gehirn haben – sind sie sehr sensibel. Sind die Faszien durch Unter-, Über- oder Fehlbelastung verkürzt, verklebt oder verhärtet, kommt es zu Beschwerden und Einschränkungen. Je älter wir werden, desto wichtiger wird Faszientraining: Faszien speichern ein Viertel des Körperwassers. Da der Flüssigkeitsanteil im Körper später abnimmt, wird das Gewebe fester und unflexibler.

Wie bleiben Faszien geschmeidig?

Grundsätzlich tut es den Faszien schon gut, wenn der Körper bewegt wird. Da das Gewebe ohnehin nicht isoliert trainiert werden kann, unterstützt jede Aktivität den Austausch von Gewebeflüssigkeit. Vor allem leicht federnde und dynamische Bewegungen wie Hüpfen, Springen und Schwingen reizen die Faszien optimal. Auch das Training mit Rolle und Ball stimuliert das Gewebe. Dabei nicht das ganze Körpergewicht auf das Hilfsmittel geben, sondern auf einzelne Triggerpunkte fokussieren.

Eine tolle Alternative: Das Training mit five. Der Parcour umfasst sieben Geräte, die speziell die Faszien ansprechen. Zum Beispiel die Triggerstation, die punktuell die Muskelspannung angeht. Schon nach wenigen Einheiten sind deutliche Effekte zu spüren – die Muskel- und Faszienkette ist elastischer und kräftiger; Atmung, Durchblutung und Energiefluss sind optimiert.

Ob die Faszien verklebt sind, stellt man schnell fest: Dann verursacht das Training leichte Schmerzen. Wichtig ist, trotzdem einen langsamen (wohltuenden) Druck auf das Gewebe auszuüben, um den Blutfluss anzuregen und die betroffenen Stellen weich zu bekommen. Das unterscheidet Faszientraining übrigens deutlich von Massagetechniken, die meist nur oberflächlich wirken.

Wer zwei bis drei Mal pro Woche ca. 20 Minuten investiert und von Nacken bis Wade alle Körperstellen bearbeitet (die Wirbelsäule ausgenommen), entspannt die Muskulatur nachhaltig. Sportler verbessern darüber hinaus die Regeneration und beugen Verletzungen vor.

Willst auch du beweglicher und schmerzfreier werden? Unser Team zeigt euch Übungen, die den Faszien gut tun!

 

Oktober 2020 | Redaktion: Catrin Schreiner | sprachwürdig